Die Ampelkoalition ist nicht die erste Koalition auf Bundesebene, welche die Gemeinnützigkeit für den eSport in Aussicht gestellt hat. Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten wuchs die Hoffnung, dass es bald zu einer Umsetzung kommen könnte, vielleicht sogar schon bis zur Gamescom und anderen großen eSport-Events in diesem Jahr. Doch der Kabinettsbeschluss am Mittwoch zum Jahressteuergesetz II (Trägergesetz für eine angedachte Gemeinnützigkeit des eSportes) ist nun ohne Worte zur Gemeinnützigkeit beschlossen worden. Erneut wurde der eSport nicht berücksichtigt, sondern verlor sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen, warum es ein weiteres Jahr nicht klappen sollte.
Die Pixelgrünen und der Liberale Gamer e.V. fordern die Bundesregierung dazu auf, den Koalitionsvertrag umzusetzen und ihren Versprechen und Worten endlich auch Taten folgen zu lassen.
„Diese Vorgehensweise schadet der Verlässlichkeit von politischen Zusagen und der Seriosität von Koalitionsverträgen, Sie verursacht Politikverdrossenheit bei allen jungen Menschen im eSport und den zahlreichen Ehrenamtlerinnen. Es entsteht das Gefühl, dass die Worte nicht mehr das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden“, sagt Franziska Seitz, Vorsitzende des Liberale Gamer e.V.
„Unpolitische Gamerinnen äußern häufig die Bedenken, dass sie die Politik gerade bei Games relevanten Themen als sehr distanziert wahrnehmen. Das ist seit einiger Zeit im Wandel. Viele unserer grünen Abgeordneten sind selbst Gamerinnen und arbeiten an Themen, die für Gamerinnen relevant sind. Die Bundestagsfraktionen BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und FDP positionieren sich schon seit 2018 für die Gemeinnützigkeit von eSport. Es ist an der Zeit, gemeinsam mit der Koalition diese wichtige Änderung endlich in den Gesetzgebungsprozess zu bringen.“ sagt Tim Junge, Sprecher der Pixelgrünen.
Leidtragende der Entscheidung sind tausende Ehrenamtler*innen, darunter viele junge Menschen, welche täglich für den eSport ihre Leidenschaft geben.
Der letzte Hoffnungsschimmer für den eSport, die Gemeinnützigkeit doch noch in das Jahressteuergesetz II zu bekommen, sind die Beratungen im Deutschen Bundestag nach der Sommerpause im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren.
Die Anerkennung anderer Organisationen sollte einzeln verhandelt werden. Die Gemeinnützigkeit von eSport sollte dabei nicht als Verhandlungsmasse missbraucht werden.
Die Pixelgrünen und der Liberale Gamer e.V. appellieren daher an alle Beteiligten und die Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag, einen lagerüberschreitenden Kompromiss zu finden. Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft ohne rote Linien braucht auch der eSport.